Warum der Roman „wenn das so einfach wär“ geschrieben wurde

Es gibt Millionen von Liebesgeschichten.

Auch im Bereich der christlichen Literatur findet man Mengen von Romanen zum Thema Liebe und Beziehung. Meistens geht es dabei um das Modell „Christ verliebt sich in Nicht-Christ“, oder auch „Christen kommen in eine Beziehungskrise“.

Was man allerdings seltener findet ist die Problematik, dass Christen aufeinander treffen,  bei denen einer gläubiger ist als der andere – obwohl doch beide Kinder des gleichen Vaters im Himmel sind. Dabei wird dieses Problem in den letzten Jahren immer größer, daran zu erkennen, dass neue Gemeinden und Splittergruppen der großen Kirchen wie Pilze aus dem Boden sprießen und jede darauf beharrt, dass ihre die beste, echteste, Jesus am nächsten stehende Gemeinschaft ist.

Sich anderen Gläubigen überlegen zu fühlen macht ein Miteinander im Glauben unmöglich, ja, es grenzt nicht selten Menschen regelrecht aus. Und was genauso schlimm ist: die Unversöhnlichkeit und das Konkurrieren verschiedener Gruppierungen ist  für diejenigen, die auf der Suche nach Jesus sind, abschreckend. Es erweckt nämlich den Eindruck, nur wenn ich ganz bestimmte Regeln einhalte, kann ich Beziehung zu Jesus haben. Und überhaupt, was für eine Verwirrung! Wo und in welcher Gemeinde lebt denn nun der echte Gott?

In diesem Sinne ist die Liebesgeschichte „wenn das so einfach wär“ eben doch nicht eine, die schon hundertmal da war. Denn sie zeigt auf, dass Liebe nur durch den Heiligen Geist funktionieren kann und dieser ist unabhängig von Strukturen und Vorgaben, er lebt in jedem Menschen selbst – so weit dieser es zu lässt.

Ohne Liebe und Vergebung sind wir keine Nachfolger Jesu, sondern allenfalls gläubige Moralaposteln. Und um deren Strukturen aufzubrechen ist Jesus in diese Welt gekommen. Er hat klar geäußert, was er von uns Menschen erwartet, nämlich dass wir Brüder und Schwestern in seiner Nachfolge sind, einander begleiten und stärken, gespeist durch die Kraft seiner Liebe.

Jesus hat sich zu Lebzeiten einzig darum bemüht, uns die Botschaft der Liebe  zu vermitteln und er hat uns den klaren Auftrag gegeben, genau diese Liebe über seinen Tod hinaus  miteinander und aneinander zu leben.

„Wenn das so einfach wär“ ist keine wahre Geschichte und doch authentisch. Denn alle Dialoge und Episoden, die den beiden Hauptpersonen widerfahren, haben im echten Leben statt gefunden oder sind gesagt worden, nur eben zu anderer Zeit, von anderen Menschen. Gerade das macht die Geschichte so interessant und uns oft betroffen. Eben mehr als eine Liebesgeschichte.

Wichtig ist mir als Autorin klar zu stellen, dass ich keine christlichen Gemeinschaften schlecht machen möchte oder deren Sinn in Frage stellen. Im Gegenteil: ich wünsche mir sehr, dass unsere Beziehung zu Gott so lebendig und stark wird, dass sie Grenzen überwindet und uns als das zusammenwachsen lässt, was ER sich für uns wünscht: ein Leib in Jesus Christus zu sein. Die Erfahrungen und Geschichten, die ich in diesem Roman verwoben habe, sollen lediglich dazu dienen uns immer wieder bewusst zu machen, dass wir alle gleich schuldig sind vor Gott – und nur seine Liebe und Gnade uns gerecht macht.